Die neuen Aufgaben der beruflichen Weiterbildung im 21. Jahrhundert

Die "Evolution der Arbeitswelten" ist 2016 ein wichtiges Thema in der beruflichen Weiterbildung. Längst ist die Rede davon, dass sich  viele klassische Berufe radikal verändern oder sogar von der Bildfläche verschwinden werden. Digitalisierung, Automatisierung und Globalisierung fordern die meisten Berufe heraus, sich ganz neue Kompetenzen anzueignen, um in Lohn und Brot zu bleiben.

 

Die Kompetenzen des 21. Jahrhunderts 

 

Wenn die Analysten (z.B. die Studien vom GDI, vom Zukunftsinstitut oder von der McDonalds Stiftung, hinter der das Institut Allensbach steckt) richtig liegen, dann erweisen wir uns in Zukunft dadurch als beschäftigungs- und arbeitsmarktfähig , dass wir

 

  • grundsätzlich dazu ausgebildet und in der Lage sind, unser Leben und unsere Karriere zu planen;
  • fähig sind, uns selbst, unser Wissen und unsere Kompetenzen zu vernetzen, zu kontextualisieren, zu teilen. Wir können uns und unser Wissen in kooperative Prozesse der Entwicklung, der Forschung und der Produktion einbringen und an entsprechenden Projekten mitarbeiten. Wir besitzen eine hohe Vernetzungs- und Anschlussfähigkeit.
  • Wir haben gelernt, proaktiv mit der Tatsache umzugehen, dass Beabsichtigtes (Budgetiertes, Geplantes, Projektiertes) und Bewirktes („Ergebnis“) nur selten eins zu eins auseinander hervorgehen und aufeinander zurück zu führen sind. Wir können mit Serendipity-Effekten rechnen und setzen uns ihrer Möglichkeit bewusst aus. Wir haben also einen flexiblen und kreativen Umgang mit Kontingenz, Ambivalenz und Unberechenbarkeit.
  • Wir gehen in einer positiven Grundhaltung auf komplexe, unübersichtliche und vielschichtige Arbeitsbedingungen zu und nutzen diese produktiv („systemisch“). Wir können z.B. hinterfragen, ohne Antworten zu erwarten, und wir haben gelernt, iterativ denken (step-by-step, rekursiv) statt linear. Wir pflegen einen beweglichen Umgang mit Komplexität.
  • Wir bleiben in unübersichtlichem Gelände orientierungsfähig und behalten unsere Professionalität bei. Wir bleiben arbeitsfähig ohne in einen „Überlebensmodus“ umzuschalten: Wir besitzen Kompass-Kompetenz.
  • Wir haben gelernt, technologische Innovationen lustvoll und selbstverständlich zu nutzen.
  • Wir verbinden Neugier, Kreativität, analytische Kompetenz und emotionale Intelligenz zu einer so genannten Problemlösekompetenz.

 

Derzeit spielen diese Kompetenzen sowohl in der Schule als auch in Studium und Ausbildung eine eher untergeordnete Rolle. Deshalb verfügen die wenigsten von uns bei ihrem Eintritt in den Arbeitsmarkt bereits über diese Fähigkeiten. Aber auch für Menschen, die seit vielen Jahren beruflich unterwegs sind, klingen die genannten Kompetenzen oft fremd und manchmal auch beängstigend. 

Berufliche Weiterbildung wird sich und ihr Angebot neu erfinden

 

Hier kann und muss die berufliche Weiterbildung ansetzen. Sie ist heute die einzige Möglichkeit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, um ihre Arbeitsmarktfähigkeit ("employability") zu erhalten und auszubauen. Diese Erkenntnis ist Gold wert in einer Epoche, in der sich die berufliche Bildung neu erfinden wird angesichts der genannten, radikalen Entwicklungen.

 

Kompetenzzentren für Employability und Personal Branding

Für die meisten Berufstätigen beginnt die Zeit der Weiterbildung bereits kurz nach dem Abschluss ihrer Ausbildung bzw. nach dem Eintritt in den Arbeitsmarkt. Weiterbildung ist ein selbstverständlicher und lebenslanger Bestandteil unserer beruflichen Biografien, denn es geht um zweierlei:

 

Erstens: Ich erlerne die oben genannten Fähigkeiten und Bereitschaften, damit ich meine „Arbeitsmarktfähigkeit“ à jour halten kann. Berufliche Weiterbildung hat auf diesem Hintergrund einen zunehmenden Anteil an Beratung.

 

Zweitens: Durch berufliche Weiterbildung kann ich - quer durch alle Plattformen hindurch - eine konsequente, wiedererkennbare Botschaft über mich verbreiten und ein gutes Image von meiner Person entwickeln. So begründe ich als Arbeitnehmer meinen Ruf und meine Glaubwürdigkeit. Ich bringe meine Karriere voran und baue Selbstvertrauen auf. Damit wird ein neues Bildungsdesign verbunden sein. Erfolgreiche Weiterbildung wird in Zukunft  

 

  • die Wirksamkeit ihres Angebots für sich selbst und für ihre Kunden erfassen und steuern, 
  • die veränderten Kundenbedürfnisse in Bildungsformate und -angebote übersetzen und das entsprechend kommunizieren,
  • Werkzeuge eines professionellen Follow-up entwickeln, das bei der Analyse von Wirksamkeit (Nachhaltigkeit, Anschlussfähigkeit) ansetzt und von Kunden als ein hoher Zusatznutzen wahrgenommen wird.

 


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