Mit den Maschinen rennen statt gegen sie!

Erik Brynjolfsson vom MIT
Erik Brynjolfsson vom MIT

Lieber ein bekanntes Leiden als ein unbekanntes Risiko

 

Auch 2016 werden Gesellschaft und Ökonomie die Bildung vor sich hertreiben. Das lässt die Sehnsucht groß werden nach der guten alten Zeit. Nach einer Verlangsamung, die es nicht mehr geben wird. „Es möge sich doch nicht alles verändern!“ – so die Hoffnung der Lehrenden & Bildenden.

 

Die Autorin Susanne Schneider schreibt im Dezember in der Süddeutschen Zeitung: „Längst gehört es zu den Gewissheiten der Psychologie, dass der Mensch sich selbst dann nicht ändert, wenn es ihm schlecht geht, wenn er leidet und weiß, dass er handeln müsste. ‚Alles, was ich kenne, gibt mir ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit’, schreibt die Psychotherapeutin Sara Malik, ‚selbst dann, wenn es mich unzufrieden oder gar unglücklich macht. Weil ich weiß, wie ich handeln muss. Und niemand kann mir garantieren, dass es anschließend besser wird. Es könnte ja noch schlechter werden.’ Es gibt Experimente, die eindrücklich zeigen, dass es uns mehr schmerzt, den schlechten Job zu verlieren, als den guten zu verpassen. Lieber ein bekanntes Leiden als ein unbekanntes Risiko. Die Angst vor Veränderung ist immer auch ein Schutz vor Enttäuschung.“ (Quelle

Quelle: http://www.executivesonline.de/de/blog/2015/04/29/mensch-und-maschine-hand-hand-zur-standortsicherung-deutschland/
Quelle: http://www.executivesonline.de/de/blog/2015/04/29/mensch-und-maschine-hand-hand-zur-standortsicherung-deutschland/

Auch 2016 werden Schule und Weiterbildung versuchen, ihre Klienten mit Werkzeugen und Menschenbildern aus dem 19. Jahrhundert auf ein Leben im 21. vorzubereiten. Und sie werden sich auch im neuen Jahr erfolgreich dagegen wehren, Kompetenzen zu vermitteln statt Informationen. Warum?

 

In einem längst legendären Gespräch mit Reinhard Kahl sagt der Philosoph Peter Sloterdijk, die Pädagogen wüssten heute nicht mehr, wohin sie die Kinder erziehen sollen. Das habe damit zu tun, dass sich die Desorientierung der modernen Gesellschaft über ihre eigenen Ziele in der Schule abspiele wie nirgendwo sonst. Deshalb würden sich viele darauf beschränken, „die Dinge zu erklären, statt etwas zu tun.“ (Quelle)

Quelle: https://www.die-akademie.de/journal/becklog/digitalisierung
Quelle: https://www.die-akademie.de/journal/becklog/digitalisierung

Zuerst die Bildung neu erfinden

 

Die NZZ hat sich gleich zu Beginn des neuen Jahres mit der Frage beschäftigt, wie sich die frei flottierende Digitalisierung auf unsere Arbeitswelten auswirken wird. Marco Metzler hat das Thema hervorragend aufbereitet. In seinem Interview mit Erik Brynjolfsson vom MIT werden wichtige Prognosen bekräftigt: Die rasche Automatisierung der Arbeitswelt wird die Arbeitswelt auf den Kopf stellen. Seine Empfehlung lautet einerseits: „Lassen Sie uns zuerst die Bildung neu erfinden. Wir müssen den Menschen nicht nur Fakten beibringen, denn Maschinen lernen diese sehr gut auswendig, sondern sie lehren, wie sie kreativ sein und ihre sozialen Kompetenzen, Teamarbeit, Führung, Pflege, Überzeugungsarbeit verbessern können.“ (NZZ am Sonntag, 3.1.2016). Und andererseits empfiehlt er mit den Maschinen zu rennen statt gegen sie. Wie er das meint, erklärt er in seiner Rede bei TED in den letzten beiden Minuten: (Quelle

 

Mut wird sich lohnen

 

Wir brauchen also neue Berufsbilder für lehrende Berufe, und wir brauchen neue Vorstellungen davon, wie Schule und Weiterbildung jenseits von Klassenzimmer, Wandtafel und Powerpoint funktionieren können.

Wir brauchen ein neues Bildungsdesign. Eines, das die Bildung revolutioniert. Es ist nicht getan mit neuen Methoden. Es braucht Visionen und Konzepte, die die Starre lösen, in der sich Schulen und Hochschulen befinden. Es braucht Angebote für lehrende Berufe und Institutionen, die Lust machen auf Alternativen, es braucht grenzüberschreitendes Denken, Experimentierfreude, einen neuen Blick auf die kommenden Generationen.


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